Historie

I

Chronik 1917-1924

Nachfolgend ein ungekürzter Originalauszug aus der „Jubiläumsschrift zum 50jährigen Bestehen der Hockeyabteilung des TSV 1846“ aus dem Jahre 1967:

Während der Wirren des 1. Weltkrieges wurde am 4. März 1917 die Abteilung von sportbegeisterten jungen Menschen ins Leben gerufen. Mit großem Mut ging eine kleine Schar von Idealisten daran, eine Lücke im sportlichen Leben unseres Vereins zu schließen und eine Hockeyabteilung zu gründen. Dieser Zusammenschluss war der einzige seiner Art im Deutschen Hockeybund während des ersten Weltkrieges.
Die Gründungsmitglieder waren R. Jost, R. Schröder, R. Rabenstein, H. Fanz, W. Silberzahn und H. Rausch.

Die Verwirklichung dieser Idee war für diese „vollkommenen Neulinge im Hockeysport“ jedoch sehr schwer. Die Schwierigkeiten lagen nicht nur in der Gewinnung des damaligen Vorstandes des Hauptvereins für diese Idee, der die Auffassung vertrat, dass mit der Aufnahme des Hockeysports das ganze Gefüge des Vereins ein anderes würde, sondern auch in der Bereitstellung der erforderlichen Geldmittel für Sportgeräte und Sportkleidung.

 

In viele Sitzungen des Hauptvorstandes wurde das Thema „Hockey“ hineingetragen und immer wieder diskutiert bis schließlich die Abteilung gegründet werden konnte. In dieser Phase wurde R. Jost zum Pionier des Hockeysports in unserem Verein. Nicht lärmende Gründungsfeierlichkeiten, sondern eine große Portion Idealismus und treue Kameradschaft waren das Merkmal der Entstehung unserer Abteilung. Aus den Reihen dieser damals 16- und 17jährigen Sportler bildete sich unter R. Jost eine umsichtige Leitung, die es verstand, immer mehr die Hockeybegeisterung der Kameraden zu wecken und so der Abteilung neue Anhänger zuzuführen. Daher konnte sich schon nach kurzer Zeit dem Hockeyclub Heidelberg eine komplette Mannschaft zum Wettspiel stellen. Es folgten Spiele gegen andere Heidelberger Mannschaften und den VFR Mannheim mit zum Teil hohen Niederlagen.

Die sportlichen Erfolge waren daher in den ersten beiden Jahren begrenzt, doch langsam aber stetig ging es vorwärts. Die Abteilung aus fast gleichaltrigen jungen Spielern setzte sich durch, weil sie von Anfang an mit letzter Konsequenz auf sportliche Disziplin hielt. Bereits nach einem Jahr konnten zwei Mannschaften gestellt werden.
Erstes markantes Ereignis war 1919 die Teilnahme am Osterturnier des Hockeyclub Heidelberg und ein Jahr später dem des VFR. Höhen und Tiefen sportlicher Leistung mußte die junge Abteilungsleitung schon damals kennenlernen: „Mit Genugtuung sei festgestellt, daß unsere Mannschaft die Krise der letzten Zeit überwunden hat und daß ein fleißiges Üben, ein gutes Sichverstehen und der Wille zum Sieg als guter Kern in der Mannschaft steckt“.

 

Auch die Bedeutung eines leichtathletischen Trainings als Ergänzung und Stärkung der Kondition wurde in der Gründerphase bereits erkannt und von den aktiven Spielern gefordert. Einer Vereinszeitschrift aus dem Jahre 1920 entnehmen wir: „Erfreulicherweise beteiligt sich die Mehrzahl unserer Spieler am Leichtathletiktraining, doch fehlt noch mancher, der es unbedingt notwendig hätte. Nur wenn jeder seiner Trainingspflicht nachkommt, können unsere Mannschaften den Gegnern mit Selbstvertrauen begegnen“. Diese Erkenntnis hat auch heute noch ohne Einschränkung Gültigkeit.
Seit Herbst 1920 stellt die Abteilung drei Herrenmannschaften, gespielt wird auf einem Platz bei der Lieselotteschule. Was noch fehlt ist eine Damenmannschaft und so setzt sich die Abteilungsleitung die Aufgabe, ein Damenteam zu bilden.
Wie populär der Hockeysport in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg war, beweist die Tatsache, dass 1920 im Raum Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen bereits 9 Vereine den Hockeysport ausübten, während vor dem Krieg in Mannheim und Heidelberg nur je ein Verein Hockey spielte.

Das Tempo dieser Gründerjahre und der Aufschwung setzten sich auch 1921 fort, denn die Abteilung unterhielt damals einen Spielbetrieb von 6 Herrenmannschaften – eine stolze Leistung angesichts der Tatsache, dass immer noch kein eigener Platz vorhanden war und der Kreis unserer Gegner immer größer wurde.

1. Herren (1921)
1. Herren (1921)

Im Herbst des Jahres 1921 war es dann endlich soweit: Die Abteilung konnte einen Hockeyplatz ihr Eigen nennen. Aus diesem Anlass fanden Einweihungsspiele aller Mannschaften statt. Die I. Herrenelf kam dabei zu zwei Siegen über VFR 2:1 und Ruderclub Heidelberg 8:3. Eine Woche später hatte der HC Heidelberg zu seiner Platzeröffnung eingeladen: In einem dramatischen Spiel konnte unsere erste Mannschaft dem HCH, der in jenen Jahren beste deutsche Hockeyklasse darstellte, ein 4:4 Unentschieden abtrotzen.

So reihte sich in jenen Wochen des Herbstes 1921 ein Glanzpunkt an den anderen. Im Freundschaftsspiel gegen die Würzburger Kickers trennte man sich 1:1. Dazu die Würzburger Zeitung: „Kickers Würzburg hatte Sportbesuch aus Baden und zwar war es der bestbekannte Turnverein von 1846 Mannheim. Es war eines der besten Herrenhockey¬spiele, die man hier bisher sah“.
Die fünfte Mannschaft reist nach Gernsbach und bringt einen 2:1 Erfolg mit nach Hause, außerdem wird in den Annalen zum ersten Mal von einem Schülerspiel berichtet, das unsere Buben mit 0:9 gegen TFC Ludwigshafen verloren. In diesem Jahr wurde aber auch Damenhockey in den Spielbetrieb mit einbezogen, was die Abteilung vor neue Aufgaben stellte.
Brachte das Jahr 1921 einen ausgesprochenen „Hockey-Boom“ für unsere Abteilung, so ist es in den nächsten beiden Jahren etwas ruhiger geworden. Zwar wurden mit neuen Gegnern wie 1860 Frankfurt, Eintracht Frankfurt, Pirmasens und Bad Dürkheim die Schläger gekreuzt, Hauptmerkmal jener Zeit war jedoch, die Abteilung zu konsolidieren.

Damals hat sich die Abteilung eine Spielordnung gegeben, der wir folgende interessante Punkte entnehmen:
1. Ordnungsgebühren
a) Für unentschuldigtes Fernbleiben von einem Wettspiel M 100. –
b) Für Zuspätkommen bei einem Wettspiel M 75. –
c) Bei Tragen unvorschriftsmäßiger Kleidung M 50.-
2. Die Begleichung schuldiger Ordnungsgebühren ist Voraussetzung für die Aufstellung in einer Mannschaft.
3. Im Sport darf auf eigenen wie auf fremden Plätzen nicht geraucht werden.

Das Jahr 1924 ist wieder mit zahlreichen Höhepunkten gespickt. In der Zeit des größten wirtschaftlichen Chaos organisierte die Abteilung Fahrten mit zwei bzw. drei Mannschaften nach Hannover, Frankfurt und Stuttgart. Prominente Namen zieren den Terminkalender jener Jahre: Sportclub 80 Frankfurt, Etuf Essen, HCH, Bremer THC.

Lass den Schläger sprechen – spiel mit ganzem Herzen!
Wenn wir dein Interesse am TSV Mannheim Hockeyclub geweckt haben, freuen wir uns darauf, dich kennenzulernen! Ob Anfänger, Wiedereinsteiger oder ambitionierter Spieler – bei uns findest du dein Team, deine Herausforderung und deine Leidenschaft.